Giftstoffe in Textilien

Einer der vielen Gründe, warum ich Upcycling Bedsheets ins Leben gerufen habe, ist der ökologische Aspekt. Die Modeindustrie gehört zu einem der dreckigsten Wirtschaftszweige. Viele Jahre wußten wir darum nicht. Zum Glück hat sich das geändert und ein Umdenken findet statt. Egal wo man in der Produktionskette der Kleiderherstellung hinschaut, die gesamte Produktion der meisten Textilien geht auf Kosten der Umwelt oder auf Kosten der Gesundheit der Menschen. Von Billig Discounter bis Edelboutique, überall sind Giftstoffe in Kleidung zu finden. Durch Färbung und Veredlung der Textilien z.B um sie schön weich zu machen, einen used Look zu erzielen oder knitterfrei zu bekommen. Funktionskleidung wird mit perfluorierten Tensiden behandelt, um sie wasser- und schmutzabweisend zu machen. Diese können aber in der Umwelt nicht abgebaut werden. Sportbekleidung wird mit Schädlingsbekämpfungs- und  Antischimmelmitteln ausgerüstet, um Geruchsbildung von Schweiß zu verhindern. Dies alles lassen wir an und dadurch auch in unsere Haut gelangen. Durch das Waschen gelangen die Stoffe dann auch in unser Wasser. Aber auch während des Herstellungsprozesses werden viele Chemikalien verwendet. Es kommen inzwischen rund 7.000 Chemikalien zum Einsatz. Das muss man sich einmal vorstellen. Mehr Infos zu diesem Thema gibt es auf der Seite von Utopia. Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Textilien – und wie du sie meidest, hier kommst du zum Artikel.

Natürlich ist die Bettwäsche, die ich verwende kein Unschuldsengel, sie hat vermutlich ebenfalls Wasser verschmutzt und Menschen ausgebeutet. Der Gedanke geht eher dahin, dass man mit dem Konsum vorhandener Ressourcen keine weiteren verschwendet und noch mehr Unheil anrichtet. Es gibt Massen an Bettwäsche, die weggeworfen wird, meistens ist aber der Stoff qualitativ sogar hochwertiger, als es die Stoffe von heute sind. Genau das ist auch das Dilemma. Man wird quasi dazu gezwungen immer wieder neue Kleidung zu kaufen, weil sie einfach wahnsinnig schnell kaputt geht, ausleiert, sich verzieht oder einfach nicht mehr schön aussieht. Bettwäsche, die schon viele Male gewaschen wurde ist genau deshalb weich, weil sie viele Male gewaschen wurde. Chemikalien sind auch keine mehr vorhanden. Da Weichspüler ebenfalls oft giftige Chemikalien enthalten können, ist dieser ebenfalls bedenklich. Statt Weichspüler kann man bei der Wäsche Essig oder einen Wäschespüler verwenden. Beides spült den Kalk und Waschmittelrückstände aus der Wäsche heraus und macht sie dadurch weich. Ich benutze den Wäschespüler von Sonett, er ist zu 100% biologisch abbaubar.

Ich verurteile niemanden der neue Kleidung kauft, denn ich als Konsument und Privatperson stehe ebenfalls jeden Tag vor der Herausforderung welches Produkt ich wo und warum kaufe. Und auch ich kaufe neue Kleidung, wenn auch inzwischen sehr reduziert. Es kostet viel Zeit und Energie sich damit auseinander zu setzen nachhaltig zu konsumieren, weil die meisten Produkte  einfach keinerlei Transparenz haben was die Herstellung betrifft. Oder um ein Produkt wird damit geworben nachhaltig zu sein, aber wenn man sich dann nochmal richtig mit dem Thema auseinander setzt, hinkt es  an vielen anderen Stellen und ist deshalb auch nicht nachhaltig. Unsere Welt ist einfach ziemlich komplex was das betrifft. Im beruflichen Bereich allerdings möchte ich Verantwortung tragen, denn hier kann ich jeden einzelnen Schritt selbst zu 100% steuern und mich bewußt gegen die jetzige Vorgehensweise vieler Modeunternehmen entscheiden. Es gibt allerdings Grund zur Hoffnung. Das Gute zum Schluss: Greenpeace hat mit seiner Detox Kampagne „Entgiftet unsere Kleidung“ großartige Erfolge erzielt. 79 globale Modemarken haben sich dazu verpflichtet bis 2020 Schadstoffe durch unbedenkliche Stoffe zu ersetzen. Hier kommst du zur Greenpeace Detox Kampagne

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