Die Welt von Fast Fashion und wie wir ihr begegnen können

Am 24. April vor 9 Jahren starben bei dem bisher größten Unfall in der internationalen Textilindustrie 1136 Menschen, über 2000 Menschen wurden verletzt. Der achtstöckige Fabrikkomplex Rana Plaza in Bangladesch stürzte ein, Mängel waren schon lange bekannt, wurden aber nie behoben. Die Zustände waren bereits vor dem Unfall katastrophal. Diese Tragödie steht seitdem symbolhaft für die unmenschlichen und ausbeuterischen Zustände in den Textilfabriken, die auch für große deutsche Unternehmen Kleidung produzieren. Jedes Jahr wird unter dem Hashtag #whomademyclothes an dieses Ereignis erinnert und darauf aufmerksam gemacht. Du möchtest mehr über das Thema erfahren? Hier kommst du zu meinem aktuellen Blogbeitrag.

Die Textilindustrie ist nicht nur eine der umweltschädlichsten Wirtschaftszweige, sie steht ebenfalls für Verletzung von Menschenrechten und moderne Sklaverei. Das muss man erstmal schlucken. Mit dem Kauf von Fast Fashion unterstützen wir dieses Verhalten. Durch die Bekanntmachung von Ereignissen wie der Einsturz der Fabrik in Bangladesch werden Industrie und Regierung dazu gedrängt diese Bedingungen zu ändern. 

Jeden Tag wird uns eine schillernde Modewelt präsentiert und lässt uns bei all dem Glitzer, der Schönheit und den Verlockungen vergessen wie es hinter der Fassade aussieht. Fast Fashion hat einen enorm hohen CO2 Ausstoß zu verantworten. Sehr giftige Chemikalien landen jeden Tag in Gewässern, die Menschen als Trinkwasser benötigen und der Natur werden Unmengen an Rohstoffen entzogen, ohne ihr auch nur annähernd Zeit für Regeneration zu lassen. Fabrikarbeiter*innen werden unter dem Existenzminimum bezahlt und extrem ausgebeutet. Da kann man nicht mehr behaupten, dass man Menschen mit Arbeit hilft, das ist aufs höchste Maß menschenverachtend. Ein Film der diese Zustände sehr gut aufzeigt und uns einen Eindruck darüber verschafft heißt THE TRUE COST – Der Preis der Mode. Es ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm des Regisseurs Andrew Morgan aus dem Jahr 2015. Hier kommt ihr zum Trailer.

Jeder Einzelne von uns kann mit seinem Konsumverhalten dazu beitragen diese Verhalten nicht mehr zu fördern. 

Was kann ich dafür tun:

  • weniger konsumieren
  • Second Hand kaufen
  • Upcycling Mode kaufen
  • Firmen unterstützen, die nicht in Billiglohnländern produzieren lassen
  • Qualität und Langlebigkeit kaufen
  • reparieren, statt wegwerfen
  • selbst machen

Es ist sehr schwer sich bei Bekleidung Transparenz über Herstellung und Produktion zu verschaffen. Fast jede Modemarke behauptet heute nachhaltig und fair zu produzieren, oftmals reines Marketing, auch Greenwashing genannt. Wir alle sind beeinflusst von gesellschaftlichen Normen und der permanenten Werbung, die uns zum Kauf verführt. Unser Konsumverhalten wurde erlernt und als ‚normal‘ im Gehirn abgespeichert. Wir werden dies nicht von heute auf morgen ändern können. Aber jede bewußte Kaufentscheidung führt uns hin zu mehr Autonomie und letztendlich zu mehr Zufriedenheit. Mir persönlich tut es sehr gut mich von dem Fast Life zu verabschieden, weniger zu besitzen und die wenigen Dinge zu schätzen und zu pflegen. 3 Gänge runter schalten. Es ist wie permanent einen Sack voller Ballast herum zu tragen und sich endlich davon zu befreien. Schreib mir gerne unten im Kommentarfeld wie du zu dem Thema stehst und wie es dir damit so geht.

Mit meinem Label möchte ich die Menschen jeden Tag auf dieses Thema aufmerksam machen und Wege aufzeigen anders zu konsumieren. Mode soll Spaß machen, kreativ sein und Identität schaffen, aber nicht auf Kosten anderer oder der Natur. Und das ist möglich. Nur weil wir die Welt so kennen wie sie ist, heißt es nicht, dass sie uns so gefallen muss oder dass wir daran nichts ändern können. 

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